ALTE VEREINSFAHNE RESTAURIERT

Bereits 5 Jahre nach der Vereinsgründung im Jahre 1863 wurde dem Verein die Ehre zuteil, Ausrichter des 4. Hohenloher Gauturnfestes zu sein. Im Rahmen des Gauturnfestes fand zugleich die erste Fahnenweihe „in heiterster Weise“ statt. Bereits 26 Jahre später wurde in mehreren Ausschusssitzungen die Neuanschaffung einer Fahne diskutiert. Es ging dabei ziemlich hitzig zu, so dass die Ausführungen, „weil persönlich, sich nicht zur Aufnahme ins Protokoll eignen.“ (Quelle: Festschrift 125 Jahre TSV Gerabronn) Dennoch einigte man sich im April 1894 zum Kauf einer 420 Mark teuren neuen Vereinsfahne. Auch über den Festplatz, an dem die Fahnenweihe stattfinden sollte, kam es zu Streitigkeiten. Trotz des „weniger schönen Entgegenkommens seitens der Mehrzahl der hiesigen Wirte bei Veranstaltungen des Vereins“ und wegen zu hoher Forderungen mancher Wirte zur Nutzung ihres Baumgartens, einigte man sich auf den Garten des „Bären – Wirts“ Rühling. Mit einem Festzug zum „Bärengarten“ wurde die Fahnenweihe am 19. August 1894 eröffnet. Dass die damals aufkommende Frauenbewegung in Gerabronn noch nicht erwünscht war, zeigt der Turnratsbeschluss, „dass beim Festzug den Turnern das Mitführen sogenannter Turnschwestern verboten“ wird. Im Zuge der Fahnenweihe wurden die Gründungsmitglieder Israel Landauer(Bankdirektor), Gustav Meyer (Stadtpfleger), Marius Rückert (Redakteur) und Friedrich Diflipp (Gipsermeister) Ehrendiplome zuerkannt. Inzwischen sind seit der zweiten Fahnenweihe 118 Jahre vergangen. An unendlich vielen erfreulichen wie auch traurigen Ereignissen und Veranstaltungen des Vereins war die Fahne dabei. Die Spuren der 118 Jahre waren unübersehbar. An vielen Stellen brüchig geworden, zerschlissen und ramponiert ist eine Generalüberholung – auch im Hinblick auf das bevor- stehende Jubiläum – dringend notwendig geworden. Die Fahne in eine spezielle Fahnenfabrik zu geben, wäre unendlich teuer gekommen. Glücklich kann sich ein Verein preisen, der in seinen Reihen ein Mitglied hat, das über fachliche und handwerkliche Fertigkeiten und Fähigkeiten verfügt, um diese immense Arbeit in Angriff zu nehmen. Frau Helga Bendl erklärte sich nach Betrachten der maroden Fahne bereit, sich ans Werk zu machen. „Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei“, ganz im Sinne des alten Turnvaters Jahn ist es ihr hervorragend gelungen, die Fahne in knapp 20 Stunden mühevollster Klein- und Geduldsarbeit wieder in einen ansehnlichen und jubiläumswürdigen Zustand zu versetzen. Neben dem seitens des TSV ausgesprochenen Dankes soll mit dieser Veröffentlichung auch öffentlich die anerkennenswerte Leistung von Frau Bendl gewürdigt werden.

Fritz Maywald

 

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